Der Kampf-Flucht-Reflex

Die physiologische Komponente unseres Lampenfiebers

Die erste Komponente unseres Lampenfiebers ist so eine Art „blinder Alarm“.

Lampenfieber ist die gesunde Reaktion unseres Organismus auf eine außergewöhnliche Situation. Wir sehen uns einer Vielzahl von Menschen frontal gegenüber, unbekannte womöglich noch dazu. Dies löst in der Regel ein biologisch tief verankertes Verhaltensmuster aus. Ein Gebiet in unserem Gehirn, die Amygdala (deutsch „Mandelkern“) meint irrtümlich eine Bedrohung zu erkennen und aktiviert den sogenannten „Kampf-Flucht-Reflex“ aus. Wer schon einmal auf einer Bühne gestanden hat, hatte sicherlich auch schon das Gefühl, gegen einen imaginären Gegner zu kämpfen, oder den Drang, einfach wegzurennen.

Weder das eine noch das andere ist in einer solchen Situation möglich. Das hat zur Folge, dass die durch die unwillkürlilche Stressreaktion bereitgestellte Energie nicht abgebaut werden kann und sich im Körper durch eine erhöhte Anspannung bemerkbar macht. Diese wiederum hindert uns, uns frei und beweglich zu fühlen – was den Stresspegel weiter in die Höhe treibt.

Der Weg aus dem Teufelskreis führt nicht über das Unterdrücken der Stressreaktion (was meist auch nicht gelingt), sondern darüber, sich mit dieser Antwort des Organismus vertraut zu machen: In welcher Phase Ihres Auftritts ist Ihre Anspannung am größten? Wo genau merken Sie sie im Körper? Können Sie sie durch Lockerungsübungen vorher oder durch bewusstes Atmen während Ihrer Präsentation beeinflussen?

Und natürlich eines nicht zu vergessen: Üben, üben, üben!

Die biologische Komponente unseres Lampenfiebers


Lampenfieber hat auch mit unserem biologischen Erbe zu tun. Unter der Anspannung eines Auftritts reagiert unser Körper mitunter wie in einer lebensbedrohlichen Situation - mit der Ausschüttung von Stresshormonen. Vortrag beim Hauptstadt-Seminar am 17. Januar 2017.

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