Jetzt geht es ums Ganze

Ihre Vorbereitung ist abgeschlossen, Ihr Lampenfieber auf ein erträgliches Maß reduziert – nun wird es konkret. Einige Punkte gibt es noch zu beachten, damit Ihre Präsentation ein Erfolg wird.
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Beim Film kann man einen verpatzten Übergang einfach noch einmal drehen. Wenn Sie einen Vortag halten, haben Sie nur die eine Chance. Doch keine Sorge – Sie können einiges dazu beitragen, diese Chacne bestmöglich zu nutzen.

Schritt 1 - Setzen Sie sich in Szene

Machen Sie sich mit den Räumlichkeiten vertraut. Stehen Sie auf einer Bühne oder zu ebener Erde? Sind Sie gut zu sehen und zu hören? Wenn Sie ein Mikrofon benutzen, geht es nicht ohne vorherigen Soundcheck. Deponieren Sie Requisiten, die Sie für Ihre Rede oder Ihren Vortrag benötigen, griffbereit. Wenn Sie ein oder mehrere Flipcharts vorbereitet haben, hängen Sie sie in der richtigen Reihenfolge ein, ggf. verdeckt durch ein leeres Blatt oder ein ebenfalls vorbereitetes Deckblatt.

Sprechen Sie vorher mit der Moderatorin/dem Moderator ab, wie Sie angekündigt werden wollen. Sie/er sollte auf keinen Fall etwas vorwegnehmen, das Teil Ihres Vortrages ist. Die Aufgabe des Moderators besteht darin, Ihren Start optimal vorzubereiten, Ihnen „den roten Teppich auszurollen“.

Schritt 2 - Ihr Einstieg

Für maximale Wirkung benötigen Sie von Anfang an die maximale Aufmerksamkeit. Warten Sie, bis Sie wirklich von allen wahrgenommen werden.

Viele Redner beginnen mit ihrem Vortrag zu schnell – womöglich steckt dahinter die unbewusste Angst, dem Publikum „Zeit zu stehlen“. Doch das tun Sie keineswegs; die Leute sind ja wegen Ihnen da.

Eine Rednerin/ein Redner, die/der erst einmal abwartet, bis sich die Unruhe im Raum gelegt hat, strahlt Souveränität aus und vermittelt die Botschaft, dass das, was jetzt folgt, die ungeteilte Aufmerksamkeit sämtlicher Anwesenden verdient.

Stellen Sie sich vor Ihr Publikum. Atmen Sie tief durch. Nehmen Sie die Stimmung im Raum wahr. Lächeln Sie freundlich, nehmen Sie Blickkontakt zu einzelnen Personen auf. Kommen Sie selbst innerlich zur Ruhe. Dann erst fangen Sie an zu sprechen.

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Schritt 3 - Ihr Hauptteil

Wie erlangen und binden Sie die Aufmerksamkeit Ihres Publikums mit Ihren Worten, mit Ihrer Stimme, mit Ihrer
Körpersprache? Wie gehen Sie mit der Technik um, welche Hilfsmittel nutzen Sie?

Stimme. Sie transportiert Ihre Botschaft. Daneben spiegelt Ihre Stimme Ihre innere Befindlichkeit: Kommen die Worte hastig und gepresst aus Ihnen heraus oder im passenden Tempo und angenehmer Tonlage? Betonung verwechseln manche Vortragende gerne mit der überdeutlichen Artikulation jeder einzelnen Silbe. Doch Sie wollen kein Deutschdiktat schreiben, sondern Ihr Publikum begeistern. Gute Betonung heißt Akzente zu setzen und die Stimme entsprechend dem Inhalt zu variieren.

Nehmen Sie Ihren Vortrag beim Proben mit einem Diktiergerät oder Ihrem Smartphone auf. Spielen Sie einer Freundin oder einem Freund eine Sequenz vor und bitten Sie um eine ehrliche Rückmeldung. Sind Sie gut zu verstehen? Kann man Ihrem Thema ohne Mühe folgen? Gelingt es Ihnen, Spannung und Neugier zu erzeugen?

Stimmbildung ist ein kontinuierlicher Prozess, für den Sie auch professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen können. Doch bei all dem sollte immer im Vordergrund bleiben, dass die Stimme eines Menschen unverwechselbarer Ausdruck seiner Persönlichkeit ist. Wenn Sie sich mit dem wohlfühlen, was Sie sagen und wie Sie es sagen, sind Sie auf dem richtigen Weg.

Körpersprache. Wenn Sie eine Präsentation oder eine Rede vor Publikum halten, werden Sie nicht nur gehört, sondern
auch gesehen. Ihre Körperhaltung, Ihre Bewegungen und Gesten unterstützen das, was Sie sagen. Sie sollten es zumindest.

Entwickeln Sie ein Gefühl dafür, welche nonverbalen Signale Sie aussenden. Auch hier empfiehlt sich das Üben vor dem Spiegel – eine Videoaufzeichnung erfüllt den Zweck sogar noch besser.

Achten Sie bewusst auf Ihre Bewegungen. Klare, akzentuierte Gesten bringen Ruhe und Struktur in den Vortrag. Ein Ausfallschritt an eine andere Position auf der Bühne kann unterstreichen, dass Sie gerade eine andere Perspektive einnehmen. Fahriges Herumwedeln mit den Armen erzeugt vermutlich eher auch Unruhe bei der Zuschauerin/beim Zuschauer – kann aber nützlich sein, wenn Sie eine stressige Situation anschaulich darstellen wollen.

Seien Sie mutig. Wählen Sie die Bewegungen, die Ihnen persönlich geeignet erscheinen, um diese oder jene Stimmung beim Publikum zu erzeugen.

Lassen Sie sich von anderen ein Feedback zu Ihrer Körpersprache geben. Beachten Sie dabei aber, dass es auch hier keine allgemeingültigen Regeln gibt, etwa: „Als Frau darf man nicht mit dem Fuß aufstampfen“ oder „Ausladende Gesten wirken unseriös“ oder „Wenn Sie am Flipchart schreiben, dürfen Sie dem Publikum nicht den Rücken zudrehen.“ Wirklich gute Rednerinnen und Redner ignorieren solche vermeintlichen Lehrmeinungen geflissentlich. Es geht um Ihre Wirkung, Ihren Stil, Ihre Körpersprache.

Kontakt zum Publikum.  Die Menschen wollen von Ihnen angesprochen werden. Nehmen Sie Blickkontakt zu einzelnen Zuhörerinnen und Zuhörern auf. Verweilen Sie für die Länge eines Satzes oder eines Gedanken bei einer Person, wechseln Sie nicht  zu schnell zur nächsten.

Mit einer Frage an einzelne oder alle Anwesenden erhöhen Sie die Aufmerksamkeit.
Wenn Sie jemanden im Publikum direkt ansprechen, kann das für den Betreffenden allerdings sehr plötzlich und unvermittelt kommen. Stellen Sie niemanden bloß und machen Sie keine Scherze auf Kosten einzelner. Eine Ausnahme bildet die Reaktion auf Zwischenrufe oder die Abwehr direkter Verbalattacken. 

Noch etwas: Konzentrieren Sie sich bei der Wahrnehmung Ihrer Zuhörer nicht in erster Linie auf die wenigen, die dem, was Sie zu sagen haben, offensichtlich reserviert oder desinteressiert gegenüberstehen. Sie können niemals alle erreichen. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf diejenigen, die an Ihren Lippen hängen.

Schritt 4 - Umgang mit Störungen

Vor einer Gruppe zu stehen, für die eigenen Überzeugungen einzutreten – das erfordert einigen Mut. Weit weniger Mut gehört dazu, aus einer Gruppe heraus, womöglich anonym, destruktive Kritik zu üben und jemanden bloßzustellen.

Auf der Bühne stehen Sie im Fokus – auch für Anfeindungen. Wie setzen Sie sich gegen unfaire Zwischenrufe und sonstige Formen verbaler Gewalt zur Wehr?

Selbst wenn Sie die große Mehrheit des Publikums auf Ihrer Seite haben, können Ihnen ein oder zwei Unzufriedene Ihren ganzen Auftritt „zerschießen“. Wenn Sie auf diese Weise zur Zielscheibe werden – und damit müssen Sie immer rechnen, ohne darauf vorbereitet zu sein -, können Sie sich nicht einfach wegducken. Ebenso wenig ist es in der Regel möglich, den Angriff zu ignorieren. Was sollen Sie tun? Einstecken oder zurückschlagen?

Dieses Entweder – Oder kann erheblichen Stress verursachen.

Anstatt jetzt schnell zu reagieren – atmen Sie erstmal tief durch und bewahren Sie die Ruhe. Damit signalisieren Sie allen Anwesenden, dass Sie sich nicht mit Ihrem Angreifer auf eine Stufe stellen und sich nicht dessen Spielregeln aufzwingen lassen.

Machen Sie sich bewusst, dass der Angriff vermutlich wenig mit Ihrer Person zu tun hat. Wer es nötig hat, andere abzuwerten oder zu verletzen, handelt oft aus einem Gefühl eigener Ohnmacht heraus. Dahinter steht oft das Bedürfnis, wahrgenommen, gehört und verstanden zu werden.

Als souveräne Rednerin bzw. souveräner Redner sollten Sie es es aber stets bei der erforderlichen „Notwehr“ belassen. Wenn Sie einen Einwurf geschickt kontern, haben Sie in der Regel die Mehrheit der Anwesenden auf Ihrer Seite. Seien Sie Vorbild für eine gute Kommunikation!

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Schritt 5 - der Schluss

Machen Sie die Sache rund. Sorgen Sie für einen positiven, nachhaltigen Abgang.

Sie wie der 400-Meter-Sprinter auf der Zielgeraden müssen Sie am Ende Ihres Vortrages oder Ihrer Rede noch einmal alles geben.

Enden Sie mit einem Fazit, mit dem Anknüpfen an die eingangs präsentierte Anekdote, mit einem Appell. Sagen Sie noch einmal das, was Sie sagen wollen – jetzt!

Aus der Psychologie wissen wir, dass sich der Anfang einer Aufmerksamkeitsspanne besonders stark beim Zuhörer einprägt (Primacy Effect) – ebenso wie der Schluss (Recency Effect). Machen Sie sich diese Tatsache zunutze!

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